Dienstag

Dienstag
Nichts klappt. Meine Umwelt scheint mich zu verarschen. Aber ich lächele drüber weg. Aber ich hab ja eh immer Pech. Wobei. Was war vorletzte Nacht. Lustige Geschichte eigentlich. Als ich wach wurde, hatte ich an den Füßen und Beinen feine Kratzer. Sie brannten höllisch. Sie bluteten leicht. Es fühlte sich an wie meine ersten Schnitte. Schon süß, dass mir das mal genug war. Ich fuhr über meine Matratze und fegte Luft auf den Boden bis es klirrte. Eine kleine Scherbe? Nein. Besser. Meine Rasierklinge. „Ach da bist du da.“, freue ich mich. Dann hätte ich ja gar nicht meinem Freund eine neue klauen müssen. Jetzt hab ich zwei. Eine für unterwegs und eine für zu Hause. Da wären wir beim Thema wieso ich doch nicht nur Pech habe. Ich hätte mich viel schlimmer verletzen können. Wenn ich mich ausversehen verletze, tut es tatsächlich richtig weh. Woher ich das weiß? Ich hab einmal ausversehen in eine Klinge gegriffen. Es hat nicht mehr aufgehört zu bluten. Meine Mutter machte einen Verband um meinen Finger und es blutete innerhalb von Sekunden durch. Ich war beeindruckt. Plötzlich wurde mir schlecht. Meine Mutter brachte mir einen Eimer. Nachdem ich mich ordentlich übergeben hatte, legte ich mich auf den Rücken und musste lachen. Ich fand es total lustig. Ich hab mich noch nie übergeben, weil ich viel Blut sah. Als ich mir mal den Oberschenkel aufgeschnitten hatte, Oha, das war heftig. Naja zurück zum Thema. Nichts klappt.
Der Bus verpasst seine Abfahrt. Ich komme zu spät. In meinem Kopf hagelt es Schimpfworte, aber ich lächele drüber hinweg. Angeblich schüttet man Pheromone aus wenn man versucht zu lächeln und wird glücklich. Ich spüre nichts. Zumindest nichts was in Richtung Glücksgefühle geht. Ich habe wieder viel geweint. Es hat so weh getan. Aber mittlerweile kann ich mit dem Weinen warten bis ich zu Hause bin. Es geht doch aufwärts.

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